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ETFs und andere Fonds – das sollten Einsteiger wissen

Vivien Rottka
Vivien Rottka

Haben Sie heute schon Ihr Smartphone genutzt, einen Kaffee getrunken oder vielleicht ein Shampoo gekauft? Dann haben Sie damit höchstwahrscheinlich Unternehmen unterstützt, die an der Börse gelistet sind.

Wussten Sie, dass Sie mit Investmentfonds auch selbst aktiv in solche Unternehmen investieren können? Doch für wen eignet sich eine Anlage und welche Risiken gibt es?

Was sind Investmentfonds?

Mit Investmentfonds können Sie Ihr Geld breit gestreut anlegen. Sie bündeln das Geld vieler Anleger, um in eine Vielzahl von Unternehmen, Branchen oder sogar Ländern zu investieren. Wer sich zum ersten Mal mit Investmentfonds befasst, stößt vor allem auf zwei verschiedene Arten: aktiv durch Fondsmanager und Fondsmanagerinnen verwaltete Fonds und ETFs.

Aktiv gemanagte Investmentfonds (meist einfach Fonds genannt) werden von Fondsmanagern verwaltet. Die Fondsmanager legen bei der Auswahl der Unternehmen für den Fonds besonderen Wert darauf, vielversprechende Unternehmen, attraktive Branchen und lohnende Regionen stärker zu berücksichtigen. Schwächere Marktteilnehmer werden hingegen bewusst ausgeschlossen. Diese Auswahl wird kontinuierlich von den Teams überprüft. Diese Dienstleistung kostet Geld und lohnt sich, wenn die Fondsmanager mit ihrer Auswahl den Markt, an dem sie sich messen, übertreffen.

ETFs (Exchange Traded Funds, auch Indexfonds genannt) bilden hingegen automatisch Indizes wie beispielsweis den DAX oder den MSCI World ab und sind aufgrund des geringeren Verwaltungsaufwandes meist kostengünstiger. ETFs ermöglichen einen breit gestreuten Einstieg in den Markt. Dabei bilden sie genau die Unternehmen ab, die ihr jeweiliger Markt vorgibt.

Beide Anlageformen bieten eine höhere Diversifikation als eine Investition in Einzelaktien - damit weisen sie ein deutlich niedrigeres Anlagerisiko auf. Allerdings gibt es keine Garantie auf Gewinne und die Kurse der Fonds können schwanken.

Häufige Fragen bei der Fondsanlage

Oft zögern Menschen in aktiv gemanagte Fonds oder ETFs zu investieren, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlen oder falsche Vorstellungen dazu haben. Hier einige Antworten auf typische Fragen, die sich gerade Neueinsteiger oft stellen:

  • Brauche ich einen größeren Geldbetrag, um in Fonds zu investieren? 
    Nein, bereits mit kleinen Beträgen kann es losgehen. Viele Investmentgesellschaften bieten auch Sparpläne an, mit denen schon ab 25 Euro monatlich investiert werden kann. Einige Teilnehmer bieten sogar Sparpläne ab 1 Euro monatlich an.
  • Bin ich jahrelang an die Investition gebunden? 
    In der Regel gibt es empfohlene Haltedauern, aber bei vielen Investmentfonds können nach eigenem Ermessen Anteile gekauft oder verkauft werden.
  • Was ist mit Verlusten bei Kursschwankungen? 
    Wertverluste sind immer möglich. Allerdings zeigen historische Daten, dass sich breit gestreute Anlagen in der Regel langfristig deutlich positiv entwickeln.
  • Wie sicher ist mein Geld? 
    Das Geld unterliegt bei Fonds dem Sondervermögen. Das bedeutet, dass das Geld getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt wird, sodass es im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft nicht verloren geht. Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen. Wie groß diese bei der eigenen Anlage sind, hängt von Faktoren wie der Risikoklasse, Streuung, Anlagedauer und Marktentwicklung ab.
  • Wie wirken sich Inflation und niedrige Zinsen auf mein Geld aus? 
    Meist bieten Investmentfonds langfristig höhere Renditen als Anlagen auf Sparbüchern. Dies gilt insbesondere in Niedrigzinsphasen und ist in Zeiten höherer Inflation wichtig, um den Wert des Geldes zu erhalten. Eine Garantie für einen Inflationsausgleich gibt es, wie auch bei Sparbüchern, nicht.

Für wen eignen sich Investmentfonds?

  • Einsteiger: Wer zum ersten Mal investiert, kann mit ETFs breit gestreut in den Markt einsteigen. Auch aktive gemanagte Fonds können eine Option sein, insbesondere wenn eine bestimmte Anlagestrategie verfolgt werden soll.
  • Langfristige Anleger: Investmentfonds eignen sich besonders für eine Strategie zur langfristigen Geldanlage und damit für Menschen, die für Altersvorsorge sparen oder generell Vermögen aufbauen wollen.
  • Nachhaltigkeitsbewusste Investoren: Neben Investmentfonds, die besonderen Wert auf Umwelt- und Sozialstandards legen, gibt es auch solche, die sich auf ethische oder soziale Kriterien konzentrieren. Dazu zählen zum Beispiel Produkte, die Investitionen in Unternehmen mit fairen Arbeitsbedingungen oder in Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien lenken. Dabei sollte stets das Risikoprofil des jeweiligen Fonds berücksichtigt werden. Denn wie zuvor erläutert, hängen Kursschwankungen auch von der Streuung des Investments ab.

Wie starten Sie?

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots, das Sie bei Ihrer Bank oder einem Online-Broker einrichten können. Auch sollten Sie sich Gedanken über Ihre persönlichen Anlageziele machen: Möchten Sie zum Beispiel langfristig für die Altersvorsorge sparen oder eher kurzfristige Gewinne erzielen? Sobald Ihre Ziele klar sind, geht es darum, die passenden Fonds oder ETFs auszuwählen. Dabei spielen zusätzliche Faktoren wie Kosten, Anlageschwerpunkt und Ihre Risikobereitschaft eine wichtige Rolle.

Für eine fundierte Entscheidung kann eine Beratung bei Ihrer Bank sinnvoll sein. Sie hilft Ihnen, eine passende Strategie zu entwickeln und die richtigen Anlageprodukte auszuwählen, die zu Ihren finanziellen Zielen passen.

Vivien Rottka

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