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Teilzeitarbeit richtig planen – drei Tipps

Kathleen Altmann
Kathleen Altmann
Studentin arbeitet Zuhause am Laptop

Mehr Zeit für die Familie, die Pflege Angehöriger oder einfach nur eine berufliche Auszeit: In Deutschland lag die Teilzeitquote im vergangenen Jahr bei 39,7 Prozent, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Wenig überraschend: Teilzeitarbeit führt nicht nur zu einem geringeren Einkommen, sondern hat Auswirkungen auf die Höhe der Rente. Es lohnt sich deshalb, einen Wechsel bewusst zu planen. Das heißt, das künftige Netto-Gehalt berechnen, Rentenlücke in Erfahrung bringen und finanziell fürs Alter vorsorgen!

Netto-Teilzeitgehalt berechnen

Wie viel Teilzeit können und wollen Sie sich leisten? Ein Planungstool für alle, die ihre Wochenstunden reduzieren oder wieder aufstocken möchten, ist zum Beispiel der Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Er gibt eine erste Orientierung zu dem voraussichtlichen Netto-Teilzeitgehalt.

Aufgrund der Steuerprogression kann bei einer geringeren Wochenstundenzahl durchaus mehr übrigbleiben als gedacht. Denn, Sie haben zwar weniger Einkommen, zahlen allerdings auch weniger Steuern.

Wichtig ist auch, dass Sie eine Rückkehr auf den Stundenumfang Ihrer ursprünglichen Stelle mitdenken. Hierbei hilft der Gesetzgeber: Die Brückenteilzeit ermöglicht Ihnen eine befristete Teilzeitarbeit mit einem Rückkehrrecht zur vorherigen Regelung.

Rentenlücke ermitteln

Wie sich der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente auswirkt, kann man bei der Deutschen Rentenversicherung erfragen. Grundsätzlich gilt: Kindererziehungszeiten werden angerechnet, aber wer über einen längeren Zeitraum in Teilzeit arbeitet, verzichtet nicht nur auf Gehalt, sondern meist auch auf Rentenansprüche.

Wichtig ist daher, dass Sie fürs Alter vorsorgen. Klären Sie für sich: Wieviel Geld brauchen Sie voraussichtlich im Alter? Wie hoch ist Ihre persönliche Rentenlücke unter Berücksichtigung der Phasen mit einem geringeren Verdienst? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Sie? Sprechen Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber über eine betriebliche Altersversorgung und nutzen Sie vermögenswirksame Leistungen.

Es kann sinnvoll sein – insbesondere, wenn Sie wegen der Betreuung gemeinsamer Kinder in Teilzeit wechseln wollen – mit der Partnerin oder dem Partner eine finanzielle Vereinbarung zu treffen, um die entstehende Lücke auszugleichen.

Finanziell für die Zukunft vorsorgen

Selbst mit kleinen Beträgen kann man langfristig Vermögen aufbauen – trotz Teilzeitjob. Der erste Schritt hin zu einer soliden Finanzplanung ist immer eine Bestandsaufnahme der Vermögenssituation: Wieviel Geld liegt schon auf der „hohen Kante“? Gibt es sonstiges Vermögen, etwa eine Immobilie? Oder Schulden? Meist ist es ratsam, laufende Kredite so schnell wie möglich abzulösen, um Zinsen zu sparen.

Denken Sie zunächst an ein finanzielles Polster für den Notfall. Nach einer Faustregel sollte man so viel Geld zur Seite legen, dass man davon mindestens drei Monate über die Runden kommt – etwa bei einem Arbeitsplatzverlust. Dabei sollte man aber auch an Kosten denken, die in absehbarer Zeit auf einen zukommen könnten, wie beispielsweise eine Reparatur oder Ausgaben für Urlaube. Am besten eignet sich für diesen Betrag ein Tagesgeldkonto – da liegt das Geld sicher und ist im Notfall sofort verfügbar.

Und dann kann es losgehen – mit einem konkreten Sparplan. Schon mit wenigen Euro monatlich kann man zum Beispiel in Fondssparpläne einzahlen und so nach und nach stattliche Beträge ansparen, die auch in die eigene Altersvorsorge fließen können. Ob Aktien, Fonds oder Versicherungsprodukte: Investieren Sie nur in ein Produkt, das Sie auch verstehen. Wichtig ist es dabei auch, auf Gebühren zu achten und verschiedene Angebote zu vergleichen.

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Pressesprecherin

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